Namensspiel bei Porsche

Keine Witze über Namen zu machen gehört zu den Grundregeln des Journalismus. Sie steht irgendwo zwischen „niemals das Wort 'durchführen' benutzen“ und „Zahlen bis zwölf ausschreiben“. Diese Regel scheint logisch und fair – können doch Namensträger nichts für die schillernde Fantasie und den zweifelhaften Humor ihrer Vorfahren. Dennoch ist es schon immer schwer gefallen, nicht zu erwähnen, dass der Kampf zwischen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und VW-Boss Ferdinand Piech nach einem Duell der Märchencharaktere mit Seifenblasenschwertern klingt. Aber jetzt macht es uns Porsche doppelt schwer: Der neue Chef – nein, nicht Machtinhaber - heißt Michael Macht. Sogar der Spiegel kann sich die Bildunterschrift „Macht übernimmt“ nicht verkneifen und  ntv-online betitelt ihn sogleich als „den neuen Mann an der Macht“ und als „Schlichter im Machtkampf“. Dabei geht fast unter, dass ja auch ein anderer Mann mit wunderbarem Alliterationsnamen Porsche verlassen muss: Holger Härter, Finanzchef. Rein namenstechnisch gesehen ist das vielleicht besser so. Man will sich all die Spielereien um das Dreamteam „Macht und Härter“ nämlich gar nicht erst vorstellen. Aber noch wissen wir ja auch noch nicht, wie der neue Finanzchef heißen wird. Bitte, VW, sei gnädig mit uns Journalisten. Erspare uns Sarah Spiel, Gerald Gewinn und erst recht Walter Wechsel.

 

(Nachdruck - auch auszugsweise - nur nach Absprache mit der Autorin Bianca Fritz)